Aspartam

Aspartam ist einer der weltweit am häufigsten verwendeten künstlichen Süßstoffe.1 Er besteht aus zwei Aminosäuren (Asparaginsäure und Phenylalanin) und wird seit den 1980er Jahren eingesetzt.

Steckbrief

Süßkraftca. 200x süßer als Zucker1
Kalorien4 kcal/g (aber minimale Mengen nötig)2
Glykämischer Index03
E-NummerE9514
HitzestabilNein - verliert Süßkraft bei Hitze1
Wichtiger Hinweis für PKU-Betroffene

Aspartam enthält Phenylalanin. Menschen mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie (PKU) müssen Aspartam meiden.1 Produkte mit Aspartam müssen entsprechend gekennzeichnet sein.4

Vorteile

  • Sehr hohe Süßkraft (200x Zucker)1
  • Kein Einfluss auf den Blutzucker3
  • Zuckerähnlicher Geschmack
  • Gut erforscht und zugelassen1
  • Zahnfreundlich5

Nachteile

  • Nicht hitzestabil - ungeeignet zum Backen1
  • Nicht für PKU-Patienten geeignet1
  • Kann beim Erhitzen bitter werden
  • Verliert bei langer Lagerung an Süßkraft1

Anwendungsbereiche

Aspartam wird vor allem in Produkten verwendet, die nicht erhitzt werden:

  • Light-Getränke und Softdrinks
  • Kaugummis
  • Joghurts und Desserts
  • Tafelsüßen (Tabletten, Pulver)

Gesundheitliche Aspekte

Aspartam ist einer der am besten untersuchten Lebensmittelzusatzstoffe.1 Die EFSA hat einen ADI (akzeptable tägliche Aufnahmemenge) von 40 mg pro kg Körpergewicht festgelegt.1

WHO-Klassifizierung 2023

Im Juli 2023 wurde Aspartam von der IARC (Teil der WHO) als "möglicherweise krebserregend" (Gruppe 2B) eingestuft.6 Die JECFA (ebenfalls WHO) bestätigte jedoch gleichzeitig den bestehenden ADI-Wert und sieht keinen Grund zur Besorgnis bei normalem Konsum.7

Fazit

Aspartam ist ein sicherer und gut erforschter Süßstoff für den Gebrauch in kalten oder mäßig warmen Speisen und Getränken.1 Für Menschen mit PKU ist er nicht geeignet.

Quellen

[1] EFSA Panel on Food Additives (2013): Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame (E 951). EFSA Journal 2013;11(12):3496
[2] EU-Verordnung Nr. 1169/2011 Anhang XIV: Energiewerte für Lebensmittelzusatzstoffe. EUR-Lex
[3] Anton SD et al. (2010): Effects of stevia, aspartame, and sucrose on food intake, satiety, and postprandial glucose and insulin levels. Appetite. 2010 Aug;55(1):37-43
[4] Europäische Kommission: Verordnung (EU) Nr. 231/2012 - Spezifikationen für Lebensmittelzusatzstoffe (E951). EUR-Lex
[5] Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Süßungsmittel - Zahnfreundlichkeit. bzfe.de
[6] IARC Working Group (2023): Carcinogenicity of aspartame, methyleugenol, and isoeugenol. The Lancet Oncology 2023;24(8):848-850
[7] WHO/JECFA (2023): Aspartame hazard and risk assessment results released. WHO News Release 14. Juli 2023