Honig

Honig ist das älteste Süßungsmittel der Menschheit und wird seit mindestens 8.000 Jahren verwendet.1 Er besteht hauptsächlich aus Fruktose und Glukose und enthält zusätzlich Enzyme, Vitamine und Antioxidantien.

Steckbrief

Süßkraftca. 1,2x süßer als Zucker2
Kalorien304 kcal/100g3
Glykämischer Index45-64 (je nach Sorte)4
HauptbestandteileFruktose (~38%), Glukose (~31%), Wasser (~17%)3
HitzestabilBedingt - Enzyme werden ab 40°C zerstört5
Wichtiger Hinweis für Säuglinge

Honig ist für Kinder unter 12 Monaten nicht geeignet! Er kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten, die bei Säuglingen zu Säuglingsbotulismus führen können.6

Vorteile

  • 100% natürliches Produkt
  • Enthält Antioxidantien und Enzyme7
  • Antibakterielle Eigenschaften8
  • Traditionelles Hausmittel bei Erkältungen9
  • Etwas süßer als Zucker - weniger benötigt
  • Vielfältige Geschmacksrichtungen (Blütenhonig, Waldhonig, etc.)
  • Lange haltbar

Nachteile

  • Hoher Kaloriengehalt (304 kcal/100g)3
  • Beeinflusst den Blutzucker4
  • Nicht für Diabetiker als Zuckerersatz geeignet
  • Nicht für Säuglinge unter 12 Monaten6
  • Fördert Karies wie Zucker10
  • Enzyme werden beim Erhitzen zerstört5

Honigsorten im Überblick

SorteGeschmackBesonderheit
BlütenhonigMild, blumigAus verschiedenen Blüten, am häufigsten
WaldhonigKräftig, würzigAus Honigtau, dunkler, mehr Mineralien
AkazienhonigSehr mild, lieblichBleibt lange flüssig, niedriger GI
Manuka-HonigIntensiv, herbAus Neuseeland, besonders antibakteriell8

Anwendungsbereiche

Honig wird vielfältig in der Küche eingesetzt:

  • Zum Süßen von Tee, Müsli und Joghurt
  • Als Brotaufstrich
  • In Salatdressings und Marinaden
  • Zum Backen (Lebkuchen, Honigkuchen)
  • In Getränken (Met, Honigwein)
  • Als Hausmittel bei Halsschmerzen9
Tipp: Honig beim Backen

Beim Backen kann Honig Zucker ersetzen. Verwende etwa 80g Honig statt 100g Zucker und reduziere die Flüssigkeit im Rezept leicht. Backwaren mit Honig bräunen schneller - die Temperatur um 10-15°C reduzieren.

Gesundheitliche Aspekte

Honig enthält neben Zucker auch Enzyme, Vitamine und Antioxidantien.7 Dennoch ist er kein gesunder Zuckerersatz für Diabetiker oder zur Gewichtsreduktion, da er fast genauso viele Kalorien wie Zucker hat und den Blutzucker erhöht.

Studien zeigen, dass Honig antimikrobielle Eigenschaften besitzt8 und bei der Wundheilung helfen kann. Manuka-Honig wird sogar in der Medizin zur Wundbehandlung eingesetzt.

Honig vs. Zucker

Obwohl Honig etwas gesünder als raffinierter Zucker ist (mehr Nährstoffe, niedrigerer GI bei manchen Sorten), sollte er dennoch in Maßen konsumiert werden. Die WHO-Empfehlung für freie Zucker gilt auch für Honig.11

Fazit

Honig ist ein geschätztes natürliches Süßungsmittel mit langer Tradition und einigen gesundheitlichen Vorteilen. Als echter Zuckerersatz für Kalorienreduktion oder Diabetiker ist er jedoch nicht geeignet. Wer Kalorien sparen möchte, sollte zu kalorienfreien Alternativen wie Stevia oder Erythrit greifen.

Quellen

[1] Crane E (1999): The World History of Beekeeping and Honey Hunting. Routledge, New York.
[2] White JW (1978): Honey. Advances in Food Research 1978;24:287-374
[3] USDA FoodData Central: Honey. USDA
[4] Atkinson FS et al. (2008): International tables of glycemic index. Diabetes Care 2008;31(12):2281-2283
[5] Bogdanov S (2011): Honey as Nutrient and Functional Food. Bee Product Science.
[6] BfR (2012): Hinweise für Verbraucher zum Botulismus durch Honig. Bundesinstitut für Risikobewertung
[7] Alvarez-Suarez JM et al. (2014): Contribution of honey in nutrition and human health. Mediterranean Journal of Nutrition and Metabolism 2014;7(1):1-12
[8] Mandal MD, Mandal S (2011): Honey: its medicinal property and antibacterial activity. Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine 2011;1(2):154-160
[9] Oduwole O et al. (2018): Honey for acute cough in children. Cochrane Database Syst Rev 2018;4:CD007094
[10] Grobler SR et al. (1989): The effect of honey on the dental enamel. Journal of the Dental Association of South Africa 1989;44(10):427-430
[11] WHO (2015): Guideline: Sugars intake for adults and children. World Health Organization